Analytical Reviews

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EUR/USD Analyse am 20. März 2026
14:41 2026-03-20 UTC--4

Das Wellenmuster im 4-Stunden-Chart für EUR/USD hat sich verändert. Es gibt zwar weiterhin keine Hinweise darauf, dass der Aufwärtstrend, der im Januar des vergangenen Jahres begonnen hat, aufgehoben wurde, aber die Wellenstruktur wirkt nun recht uneindeutig. In solchen Situationen empfehle ich stets, auf einen niedrigeren Zeitrahmen zu wechseln und sich auf einfachere, kleinere Wellenstrukturen zu konzentrieren, um kurzfristige Prognosen zu erstellen, die für das Eröffnen von Positionen ausreichend sind.

Im obigen Chart lässt sich eine klassische Impulsstruktur aus fünf Wellen erkennen, mit einer verlängerten dritten Welle. Wenn diese Interpretation korrekt ist, ist diese Struktur bereits abgeschlossen, und es ist nun mit einem Korrekturmuster von mindestens drei Wellen zu rechnen. Daher ist kurzfristig ein Anstieg des Währungspaares wahrscheinlich – allerdings im Rahmen einer Korrektur relativ zum letzten Trendabschnitt. Die jüngsten Wellenformationen fügen sich nicht gut in die übergeordnete Struktur ein, doch sollte sich das Bild mit der Zeit klären. Kurzfristig könnte sich der Euro in Richtung 1,1568 und 1,1666 erholen.

Am Freitag stieg das EUR/USD-Paar um 45 Punkte, nachdem es tags zuvor bereits 120 Punkte zugelegt hatte. Es gab weder in Europa noch in den USA nennenswerte Nachrichten, und selbst aus dem Nahen Osten kamen kaum neue Impulse. Daher sollte der Rückgang der Nachfrage nach dem Euro gelassen betrachtet werden – er ist lediglich eine von vielen kleineren Korrekturwellen, die auf den Charts häufig zu sehen sind.

Meiner Ansicht nach wird der Markt weiterhin von geopolitischen Faktoren getrieben, doch die Nachrichtenlage in dieser Woche hat die Stimmung etwas verändert. Die Märkte rechnen nun mit einer Zinserhöhung durch die EZB – vorausgesetzt, die Inflation zieht in den kommenden Monaten deutlich an. Christine Lagarde hat die Möglichkeit einer Straffung der Geldpolitik eingeräumt, auch wenn die Ausrichtung der EZB taubenhafter war als die der Bank of England und zugleich falkenhafter als die der Federal Reserve.

Rücken geopolitische Faktoren etwas in den Hintergrund, könnte EUR/USD von dem vergleichsweise falkenhaften Ton der EZB profitieren und eine überzeugendere aufwärts gerichtete Korrekturstruktur ausbilden. Darüber hinaus wird die Prognose schwierig, da sich die geopolitische Lage schnell und unvorhersehbar verändern kann. Sollte das Paar in der kommenden Woche erneut fallen, würde dies darauf hindeuten, dass die Geldpolitik für den Markt derzeit weitaus weniger wichtig ist als geopolitische Entwicklungen. Auch wenn die Händler die Notenbanksitzungen nicht ignorieren konnten, spiegelte die Kursentwicklung am Freitag die deutlichen Signale vom Mittwoch und Donnerstag nicht wider.

Damit wird die aktuelle Lage am Devisenmarkt weitgehend durch Geopolitik bestimmt. Selbst wenn sich eine solide Korrekturstruktur ausbildet, war die vorherige Abwärtsbewegung impulsiv, was bedeutet, dass nach Abschluss der Korrektur eine neue Abwärtsphase des Trends beginnen könnte.

Allgemeine Schlussfolgerungen

Auf Grundlage dieser Analyse befindet sich EUR/USD weiterhin in einem übergeordneten Aufwärtstrend (wie im unteren Chart dargestellt), hat jedoch kurzfristig begonnen, eine Abwärtsphase auszubilden. Da die Fünf-Wellen-Impulsstruktur abgeschlossen zu sein scheint, ist in den kommenden ein bis zwei Wochen ein Anstieg in Richtung 1,1568 und 1,1666 (entsprechend den 23,6%- und 38,2%-Fibonacci-Niveaus) zu erwarten. Die weitere Entwicklung hängt vollständig von den Ereignissen im Nahen Osten ab.

In einem kleineren Zeitfenster ist der gesamte Aufwärtstrend erkennbar. Die Wellenstruktur ist etwas unregelmäßig, da sich die Korrekturwellen in ihrer Größe unterscheiden – zum Beispiel ist die Welle 2 höheren Grades kleiner als die interne Welle 2 innerhalb der Welle 3. Das kommt vor. Am besten konzentriert man sich auf klare und leicht nachvollziehbare Strukturen, anstatt zu versuchen, jede Welle strikt zu beschriften. Eine Trendwende könnte in naher Zukunft eintreten.

Wesentliche Grundsätze meiner Analyse:

  1. Wellenstrukturen sollten einfach und klar sein. Komplexe Strukturen sind schwer zu handeln und ändern sich häufig.
  2. Wenn kein Vertrauen in die Marktsituation besteht, ist es besser, draußen zu bleiben.
  3. Eine absolute Sicherheit über die Marktrichtung ist unmöglich – verwenden Sie immer Stop-Loss-Orders.
  4. Die Wellenanalyse kann mit anderen Analysemethoden und Handelsstrategien kombiniert werden.

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