Der Dollar steht erneut leicht unter Druck seitens der Verkäufer, während Risikoanlagen nach den gestrigen US-Daten etwas an Gewicht gewonnen haben.
Der gestern veröffentlichte ISM Services PMI fiel schwächer aus als erwartet, wobei der Index für die Geschäftsaktivität auf 54 Punkte zurückging. Formal liegt der Wert zwar weiterhin über der Marke von 50, die Wachstum von Kontraktion trennt; dennoch signalisiert die Verlangsamung eine Abkühlung im größten Segment der US-Wirtschaft. Da Dienstleistungen den größten Anteil am US-BIP ausmachen und eng mit der Konsumnachfrage sowie der Inflation verknüpft sind, wertete der Markt die Veröffentlichung als Argument für einen weicheren Zinspfad der Federal Reserve. Die Reaktion folgte unmittelbar – in der zweiten Tageshälfte geriet der Dollar erneut unter Druck.
Dies sorgte für Unterstützung des Euro: Die Schwäche des Dollar verschob das Gleichgewicht im Währungspaar EUR/USD zugunsten der Gemeinschaftswährung. Ein ähnliches Bild zeigte das Pfund – GBP/USD reagierte auf die allgemeine Abschwächung des Dollar mit moderatem Anstieg und profitierte von der gesunkenen Nachfrage nach der US-Währung.
Im Verlauf des heutigen europäischen Handels richtet sich die Aufmerksamkeit auf mehrere wichtige makroökonomische Indikatoren. Zunächst werden Daten zur Industrieproduktion in Deutschland erwartet. Diese Kennzahl ist einer der wichtigsten Gradmesser für den Zustand der größten Volkswirtschaft der Eurozone und könnte die Dynamik des Euro spürbar beeinflussen. Parallel zu den deutschen Zahlen rücken auch die Außenhandelsdaten Frankreichs in den Fokus. Zwar dürften Produktions- und Handelsvolumen der beiden größten EU-Volkswirtschaften das Gesamtbild nicht entscheidend verändern, sie können Marktteilnehmern jedoch zusätzliche Anhaltspunkte zur Beurteilung der aktuellen Wirtschaftsaktivität in der Region liefern.
Mit Blick auf das Pfund wird heute in der ersten Tageshälfte der Halifax-Hauspreisindex veröffentlicht. Der Halifax-Hauspreisindex, ein führender Indikator für den Immobilienmarkt, kann Aufschluss über das aktuelle Verhältnis von Angebot und Nachfrage sowie über die Auswirkungen des Inflationsdrucks auf die Wohnkosten geben. Unerwartete Abweichungen von den Prognosen könnten kurzfristige Schwankungen des britischen Pfunds auslösen.
Deutlich mehr Gewicht wird jedoch dem Financial Stability Report der Bank of England beigemessen. Dieses Dokument enthält in der Regel eine umfassende Analyse der Risiken für das Finanzsystem des Landes, bewertet dessen Widerstandsfähigkeit gegenüber potenziellen Schocks und schlägt Maßnahmen zu deren Abmilderung vor. Aufmerksamkeit wird auch die Rede von Andrew Bailey auf sich ziehen. Seine Einschätzungen zur aktuellen Inflationslage, zum Arbeitsmarkt und zu den Wachstumsaussichten der Wirtschaft sowie seine Kommentare zu möglichen Änderungen des Leitzinses werden genau verfolgt werden.
Entsprechen die Daten den Erwartungen der Ökonomen, ist es am sinnvollsten, sich an einer Mean Reversion-Strategie zu orientieren. Fallen die Daten hingegen deutlich höher oder niedriger als von Ökonomen prognostiziert aus, bietet sich eine Momentum-Strategie an.



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