Analytical Reviews

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EUR/USD – Smart-Money-Analyse: FOMC-Protokolle dürften keine nützlichen Informationen liefern
12:22 2026-08-19 UTC--4

Das Währungspaar EUR/USD steigt weiter an; die Aufwärtsbewegung begann nach zwei Liquiditätssweeps, die auf dem Chart durch rote Linien markiert sind. Imbalance 17 hatte den Vormarsch der Bullen lange Zeit gebremst und kann weiterhin nicht als hinfällig gelten, da die Basis dieser Imbalance – das Niveau von 1,1620 – nicht durchbrochen wurde. Dennoch dürfte inzwischen allen Tradern klar sein, dass dieses Muster nicht mehr handelbar ist und außer Acht gelassen werden kann. In dieser Woche hat sich ein neues Muster ausgebildet – die bullische Imbalance 20 –, die nun die Schlüsselrolle spielt. Dieses Muster kann entweder ein neues Kaufsignal liefern oder hinfällig werden. Im ersten Fall setzt sich die Aufwärtsbewegung der Bullen fort; im zweiten werden die Bären versuchen, die Kontrolle über den Markt zurückzugewinnen.

Meiner Ansicht nach stützt das fundamentale Umfeld die Bullen weiterhin vollumfänglich. Erstens ist auf jedem Chart klar zu erkennen, dass die europäische Währung deutlich unter ihrem Durchschnittsniveau der vergangenen zwölf Monate handelt. Zweitens rechnet der Markt nicht mehr damit, dass das FOMC die Geldpolitik im September strafft. Drittens ist am Markt die Frage aufgekommen, ob die Fed unter Kevin Warsh tatsächlich alles Notwendige unternehmen kann, um die Inflation wieder auf ihr Zielniveau zurückzuführen. Viertens haben die jüngsten US-Konjunkturdaten enttäuscht. Fünftens liefern die geopolitischen Entwicklungen den Bären beziehungsweise dem Dollar keine Unterstützung mehr. Sechstens könnte die EZB im Herbst ihre Geldpolitik erneut straffen. Daher sehe ich aktuell keinen Grund für einen Vorstoß der Bären.

Wie ich in den vergangenen Wochen gewarnt habe, wäre ein erneut schwaches Ergebnis am Arbeitsmarkt ein hinreichend starker Grund für die Fed, von einer Zinserhöhung abzusehen. Natürlich lässt sich dies nicht mit absoluter Sicherheit sagen, da vor der FOMC-Sitzung im September noch ein weiterer Inflationsbericht und ein weiterer Arbeitsmarktbericht anstehen. Dennoch bin ich fast sicher, dass die Fed im September eine abwartende Haltung einnehmen wird. Fast alle Trader verabschieden sich inzwischen von ihren hawkischen Erwartungen für September.

Zur Erinnerung: Die Erwartungen in Bezug auf die Geldpolitik der Fed sind stets nur Erwartungen und können sich infolge geopolitischer Entwicklungen oder Konjunkturdaten ändern. Die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten fielen schwach aus, die Inflation hat sich verlangsamt, und das BIP-Wachstum hat nachgegeben. Diese drei Faktoren nähren Zweifel an einem Zinsschritt des FOMC nicht nur im September, sondern auch auf absehbare Zeit. Sollte die Straße von Hormus in Kürze wieder geöffnet werden, würde dies nur den Energiepreisdruck verringern und der Inflation ermöglichen, weiter zu sinken, was die Perspektiven der Bären zusätzlich schwächt. Meiner Ansicht nach besteht die einzige aktuelle Chance der Bären in einer neuen Eskalation und einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus.

Die aktuelle Chartstruktur spricht für eine sehr wahrscheinliche Fortsetzung des bullischen Momentums. Die bärische Imbalance 17 wurde getestet, die Reaktion darauf war schwach, und das Muster kann nun als hinfällig betrachtet werden. Die bullische Imbalance 19 ist weiterhin ungetestet. Eine neue bullische Imbalance 20 hat sich ausgebildet und könnte den Tradern bereits heute oder morgen ein Kaufsignal liefern. Entsprechend sind die Positionen und Perspektiven der Bullen derzeit deutlich stärker als die der Bären.

Das konjunkturelle Umfeld war am Mittwoch sowohl für die europäische als auch für die US‑Währung äußerst schwach, und das einzige größere Ereignis, das noch bevorsteht, sind die FOMC‑Sitzungsprotokolle. Meiner Meinung nach haben diese Protokolle nicht nur einen geringen Informationswert, sondern können sogar in die Irre führen, da der Markt auf Basis drei Wochen alter Informationen vollkommen falsche Schlüsse ziehen könnte. Vor drei Wochen mag das FOMC eine hawkische Haltung vertreten haben, während diese Haltung inzwischen möglicherweise aufgegeben wurde. Die Protokolle werden jedoch diese frühere hawkische Position widerspiegeln, die heute nicht mehr relevant sein muss. Zur Erinnerung: In den vergangenen drei Wochen wurden genügend US‑Konjunkturdaten veröffentlicht, um der Fed einen Verzicht auf eine Straffung der Geldpolitik im September nahezulegen.

Es gibt nach wie vor zahlreiche Gründe für einen Vormarsch der Bullen im Jahr 2026, und selbst der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten hat ihre Zahl nicht verringert. Strukturell und global hat sich an Trumps Politik, die im vergangenen Jahr zu einem deutlichen Rückgang des Dollars geführt hat, nichts geändert. Derzeit erkenne ich trotz der formal hawkischen Haltung des FOMC keine nennenswerten Faktoren, die die US‑Währung stützen würden. Die geopolitischen Entwicklungen, die während eines großen Teils der ersten Jahreshälfte 2026 die Nachfrage nach der US‑Währung unterstützt haben, können dies nicht mehr leisten. Der Konflikt im Nahen Osten ist zwar nicht gelöst, doch weder von Iran noch von den Vereinigten Staaten sind neue Kampfhandlungen ausgegangen.

Wirtschaftskalender USA und Europäische Union:

  • Vereinigte Staaten – Veränderung der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (12:30 UTC).
  • Vereinigte Staaten – Philadelphia‑Fed‑Index (12:30 UTC).

Am 20. August weist der Wirtschaftskalender zwei Termine aus, von denen ich allerdings keinen als wichtig einstufen würde. Das konjunkturelle Umfeld dürfte die Marktstimmung am Donnerstag höchstwahrscheinlich nicht beeinflussen.

EUR/USD‑Prognose und Trading‑Tipps:

Aus meiner Sicht befindet sich das Paar weiterhin in der Ausbildung eines bullischen Trends. Das fundamentale Umfeld hat sich vor sechs Monaten deutlich zugunsten der Bären verschoben, doch der Trend selbst kann nicht als hinfällig oder abgeschlossen gelten. Daher können die Bullen ihren Vormarsch nach zwei Liquiditätssweeps von klar definierten Tiefs durchaus fortsetzen. Aktuell verfügen die bullischen Trader mit der Imbalance 20 über eine Unterstützungsbasis. In naher Zukunft könnte ein neues Kaufsignal entstehen. Ich sehe 1,1686 und 1,1797 als Zielmarken für den nächsten Anstieg der europäischen Währung.

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